Reiselust – Kindheitserinnerungen am Camping Garden Paradiso in Cavallino

Als Kind verbrachte ich den Sommerurlaub immer am Camping Garden Paradiso in Italien. Heuer war ich erneut in Cavallino. Es waren spannende 2 Wochen. Was ich so alles erlebt habe, wie mich meine Krankheit begleitete und warum ich Venetien so liebe erzähl ich dir in meinem Urlaubsbericht.

 

Camping Garden Paradiso

Erinnerungen an die Kindheit – Camping Garden Paradiso in Cavallino

Camping Garden ParadisoIch kann mich noch erinnern, als wäre es gestern gewesen. Als Kind machte ich mit meinen Eltern jedes Jahr Urlaub in Italien. Mit dem eigenen Wohnwagen ging es für 3 Wochen fast immer nach Venetien. Genauer gesagt nach Cavallino. Das ist ein kleiner Ort zwischen Venedig und Jesolo. Schon meine Großeltern hat es dorthin verschlagen. Kein Wunder also, dass ich viele positive Erinnerungen mit dieser Destination verbinde. So ging es also mit Sack und Pack in die wohlverdienten Sommerferien. Verdient?…..ich war ein recht fauler Schüler. Stopp, das soll ein anderes Thema sein. Ich will ja nicht zu viel verraten.

Sommerferien pur – so war der Urlaub für mich in der Kindheit

Camping Garden ParadisoGedanken an die Sommerferien meiner Kindheit verbinde ich immer mit Campingurlaub am Camping Garden Paradiso in Cavallino. Und ein bisschen auch mit Schulstress, schließlich waren Nachprüfungen im Herbst keine Seltenheit bei mir. Da war die Zeit am Meer in Italien eine willkommene Abwechslung. Meine Eltern und Großeltern waren schon selbst seit Kindesbeinen mit dem Wohnwagen unterwegs. So kam auch ich in den Genuss dieser Urlaubsform. Vor der Abreise wurde der Wohnwagen gepackt, alles Nötige verstaut. Dann ging es los. Rund 6 Stunden dauerte die Anreise zum Meer. Da wir damals in der Hauptsaison reisten, waren Staus und lange Wartezeiten beim Check-In leider keine Seltenheit. Als Kind eine Katastrophe. Irgendwann sind wird schließlich endlich am Platz. Wohnwagen platzieren, Vorzelt aufbauen, das Mitgebrachte auspacken und einrichten. Ein bisschen habe ich immer geholfen, meist jedoch gleich mein Fahrrad gepackt, um die Anlage zu erkunden und Ausschau nach dem ersten Gelato zu halten.

Natürlich war ich als Kind viel unbeschwerte als ich es heute bin. Stets genoss ich das Dolce Vita. Meine Eltern haben mich quasi nach Strich und Faden verwöhnt. Viel Eis, leckere Pizzen, Schwimmen, Ausflüge und Besuche der legendären Luna Parks. Das zusätzliche Animationsprogramm machte die Urlaube für mich perfekt. Hier konnte ich im wahrsten Sinne Kind sein. Ausgelassen und (meist) entspannt. Die Tage begannen stets mit einem Frühstück vor dem Vorzelt. Dafür haben wir italienisches Brot vom Seupermercato geholt. Da mir damals die sanitären Anlagen am Platz eher Ekelgefühle bereiteten, war ich schnell verschwunden, wenn es um den anschließenden Abwasch ging. Mein Fahrrad war die beste Wahl zum Flüchten. So ging es gemütlich durch den Tag. Am Strand, am Pool oder in der Spielhalle. Noch heute hab ich das Gefühl im Kopf, als ich mit Affenzahn über den heißen Sand zum Meer lief.

Am Abend sind wir Essen gegangen. Ich hab mich immer durchgesetzt und meine Pizza bekommen. Nicht unbedingt die gesündeste Wahl, aber als Kind kümmert das kaum. Sind wir nicht in der Nähe vom Camping Garden Paradiso geblieben, fuhren wir gern nach Jesolo. Langes Bummel in der Einkaufsstraße, Einkehren und natürlich viel Spielzeug in den Regalen. Ansonsten war ich begeistert vom Animationsprogramm. Mit Elan und Freude war ich voll dabei. Außer beim Clubtanz. Den hasste ich damals wie heute.

Camping Garden ParadisoEine Sache ist mir noch sehr in Erinnerung geblieben. Mein erster Bierrausch. Bierrausch?  Da war ich doch erst 12 oder so?! Nun, nach einem langen Einkaufsnachmittag in knallender Hitze wollte ich beim Wohnwagen unbedingt von Papas Bier kosten. Zurückhaltung war nie meine Stärke. So hab ich gleich viel zu viel erwischt und einen riesigen Schluck genommen. Na dann, gute Nacht für ein paar Stunden.

Leider geht jeder Urlaub irgendwann zu Ende. Nach 3 Wochen voller Freude mussten wir nach Hause. Immer mit einem weinende Auge. Allerdings mit der Vorfreude, dass es im nächsten Jahr eine Wiederholung geben wird.

Mein heuriger Urlaub am Camping Garden Paradiso – Innerer Kampf, Nostalgie und Erinnerungen

Camping Garden Paradiso
© Camping Garden Paradiso

Es war Zufall, dass ich heuer Urlaub am Camping Garden Paradiso in Cavallino machte. Ursprünglich war der Plan, einfach für einige Tage auf eine ruhig gelegene Berghütte zu fahren. Dem Alltag ein wenig entfliehen. Im Februar saß ich mit einer Bekannten bei Kaffee. Irgendwie hat sie mein Interesse dann auf Italien gelenkt. Aber wohin? Unzählige Stunden im Internet brachten mehr Verwirrung als eine Entscheidung. An Campingurlaub habe ich gar nicht gedacht, schließlich gibts in unserer Familie keinen Wohnwagen mehr. Aus Interesse surfte ich durch die Homepage vom Camping Garden Paradiso. Moment, die bieten jetzt sogenannte Mobile Homes an. Also Wohnwägen bzw. Unterkünfte, die schon fix und fertig am Platz stehen. Bingo. So buchte ich einen Caravan mit Vorzelt und allen Bequemlichkeiten. Bettwäsche, Küche samt Equipment, Fernseher, ja sogar Toilette und Dusche waren dabei. Ich musste nur mehr mit meinem Koffer einziehen.

© Camping Garden Paradiso

Jetzt gab es kein Zurück mehr. Die Vorfreude war groß, obwohl es anstrengend und kompliziert ist, mit Essstörung samt Komorbidiät in den Urlaub zu fahren. Durch die Krankheit bin ich psychisch belastet und zudem körperlich ausgelaugt. Vor mir lagen rund 4 – 5 Stunden Autofahrt und der Ausbruch aus dem sicheren Alltag. Mit einem kurzen Zwischenstop in Tarvis bin ich schließlich angekommen. Der erste Eindruck war einfach wunderbar. An allen Ecken vom Platz fühlte ich mich Zuhause, spürte das Bekannte. Seit dem letzten Urlaub sind zig Jahre vergangen, trotzdem waren alle Ecken vertraut. Sogar an den Baum konnte ich mich erinnern, an dem beim Dartswettbewerb von anno dazumal die Scheibe aufgehangen wurde. Natürlich hat sich in der Zwischenzeit einiges getan. Der ganze Platz ist am Puls der Zeit. Modern, top ausgestattet und mit allen Annehmlichkeiten, die man sich wünschen kann. Zur Vorsaison waren nur wenige Gäste vor Ort. Für mich ideal, da ich Trubel, Hektik und Menschenmassen ohnedies nicht vertrage. Besonders gerührt war ich von der Herzlichkeit des gesamten Personals. Der Check-In war ein Ankommen bei Freunden. Meine Unterkunft für die nächsten 2 Wochen, ein Caravan wie aus Kindheitserinnerungen, bezugsfertig.

Camping Garden ParadisoNach dem Auspacken bin ich sofort auf Streifzug über den Platz gegangen. Es war, als wäre ich erst gestern zum letzten Mal hier gewesen. Totaler Erinnerungsflash. Eigentlich war ich super motiviert, den Urlaub zu genießen. Aber Psyche und Körper ließen mich die ersten Tage hängen. Die lange Autofahrt, die plötzliche Hitze, das Unterwegs sein haben mich ausglaugt, mich in ein großes Loch fallen lassen. So lag ich quasi flach und musste erstmal ein paar Kräfte tanken. Herzerwärmend, wie sehr sich das gesamte Team vom Platz um mich gekümmert hat. Mit den aufrichtigen Worten “du gehörst jetzt zur Familie” und tollen Gesprächen waren die Startschwierigkeiten leichter zu bewältigen.

Camping Garden ParadisoEndlich konnte der Urlaub beginnen. Den Mokka mit Zigarette gab es in der kühlen Morgensonne. Den Duft von Italien obendrein. Es war bereits Mitte Mai, doch die Temperaturen in der Früh sind eher kühl. Dafür die Tage umso heißer. Manchmal sogar 30 Grad. Das Schönste war es, keine Verpflichtungen oder Termine zu haben. In den Tag hineinleben. Vormittags ging ich meist am menschenleeren Strand spazieren. Habe Muscheln gesammelt. Ich fotografierte viel, habe gelesen und den ein oder anderen Ausflug nach Jesolo unternommen. Trotz der idealen Bedingungen schaffte ich es kaum, mich wirklich zu entspannen. Die innere Unruhe, der ständige Kampf mit meinem Selbstwert und das Thema Essen waren auch hier präsent. Davor konnte ich nicht davonlaufen, so sehr ich es auch wollte. Aber es gab kleine Erfolge. So konnte ich den Espresso im Strandcafé tatsächlich genießen, gönnte mir lecker Gelato sowie Pizza und den Luxus, die Beine ohne Gedanken in den Sand zu stecken.

Besonders wohl fühlte ich mich mit meiner Wahl der Unterkunft. Der Wohnwagen war sehr gemütlich, bestens ausgestattet und kam einem modernen Hotelzimmer gleich.

Mein Fazit? Es war anstrengend. Es war wunderschön. Von so vielen Menschen habe ich positive und wertschätzende Worte erhalten. Das Gefühl war vergleichbar mit Familie. Darum ist eines gewiss. Ich komme wieder.

Die ewige Liebe zu Italien, Strand und Dolce Vita

Wenn ich mich mit Freunden unterhalte, gibt es quasi 2 Läger. Da wären die Fans von Kroatien. Auf der anderen Seite die Liebhaber von Italien. Ich glaube, dass es abhängig von Kindheitserinnerungen ist, welche Destination die Favorisierte ist. An Venetien hängt mein eigenes Herz. Ich mag das Klima, den feinen Sandstrand und das mediterrane Lebensgefühl. Die Gerüche, das Gefühl der Luft auf der Haut, Lebenslust und italienische Gastfreundschaft. Besonders intensiv sind die positiven Eindrücke, die ich noch aus Kindheitszeiten in mir trage. Hier fühle ich mich sehr wohl. Und der Espresso ist hervorragend!

Maritimes Flair – die beste Reisezeit für Cavallino

Camping Garden ParadisoItalien ist immer eine Reise wert. Das Klima ist je nach Region sehr vielfältig. Cavallino liegt ganz in der Nähe von Venedig in der Region Venetien. Die Wintermonate sind kühl mit viel Wind und feuchtem Wetter. Während dieser Zeit haben nahezu alle touristischen Angebote Winterpause. Von Mai bis September ist es dagegen sommerlich heiß und Regen eine Seltenheit. Ich persönlich favorisiere die Vor- bzw. Nachsaison. Die Temperaturen sind ideal und der Massentourismus obsolet. So sind die Strände nicht wie Ölsardinen gefüllt und es herrscht kein Touristentrubel in den Stadtzentren, Märkten oder Ausflugszielen. Da ich generell etwas zurückgezogen lebe und mit Menschenmassen nur schwer umgehen kann passt das für mich perfekt. Kein dichtes Gedränge. Und die verschiedenen Gastgeber, Wirte oder Baristi sind zusätzlich viel entspannter. Ebenso die Preise für Unterkunft halten sich zu dieser Zeit in Grenzen.

Impressionen von früher und heute

Es ist erstaunlich, was sich in den Jahren am Camping Garden Paradiso und in den kleinen Ortschaften verändert hat. Oder eben auch nicht. Der Campingplatz selbst ist natürlich viel moderner geworden. Wo früher noch ekelige Toiletten waren, stehen heute modernste Waschhäuser. Durch kleinen Straßen am Platz läuft man nun auf schönen Pflastersteinen. Die Rezeption ist ein modernes Bauwerk, ja die ganze Anlage ist einfach am aktuellen Puls der Zeit. Ich denke, viele Menschen haben von Camping noch immer die Idee eines verstaubten Urlaubes. Hier hat sich wirklich viel getan. Komfort, hochmodern und schon fast Luxus. Zumindest bei den Wohnmobilen, für die ein LKW Führerschein benötigt wird. Bevor ich nun in ausschweifende Exzesse abrutsche, möchte ich gerne einige Bilder aus meiner Kindheit und meinem Urlaub im heurigen Jahr mit euch teilen. Viel Spaß beim Stöbern.

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