Chance oder Krise? Wenn Essstörung und Depression die Kreativität behindern

Heute würde ich gerne…! Doch die Energiereserven sind leer, denn Essstörung und Depression haben zugeschlagen. Nichts geht. Mit meinen Tipps kann dieser Zustand auch eine kleine Chance sein. Betroffene kennen es nur allzu gut. Du nimmst dir etwas vor, aber der Kopf ist einfach leer und ohne Fokus. Besonders Kreativität wie Konzentration leiden. Damit ist eine Sinnkrise vorprogrammiert und kann uns noch tiefer in die Abgründe stürzen. Aber du kannst auch gestärkt daraus hervorgehen. Es liegt an dir.

Essstörung

Depression als Hindernis der Kreativität

Mit Depressionen zu leben ist eine echte Herausforderung im Alltag. Durch sie wird jeder Handgriff, jede Bewegung und jeder Versuch zur Konzentration zum Kraftakt. Außenstehende können nur schwer nachvollziehen, wie sich dies anfühlt. Man kann es mit einem schwarzen Schleier als ständiger Begleiter vergleichen. Mit ungeheurem Gewicht lastet dieser über einen. Schon beim Aufstehen braucht es große Mühe, um das eigene Gewicht aus dem Bett zu heben. Selbst Motivation und Freude um Dinge zu tun sind rare Mangelware. Besonders Kreativität und Antriebskraft leiden darunter. Stell dir vor, du sitzt vor einem Blatt Papier, möchtest etwas schreiben. Doch irgendwie gelingt es dir nicht, den Fokus darauf zu richten. Stattdessen fällt der eigene Blick in die Luft. Im Kopf macht sich Leere breit. Am Ende bleibt ein unbeschriebenes Blatt und das Gefühl, nichts auf die Reihe bekommen zu haben.

Anorexie – der Grund für mangelnde Konzentration

Die Anorexie bzw. Essstörung ist eine hinterhältige Krankheit und Gegnerin. Sie ist einer der Hauptgründe, warum deine eigene Konzentration, in Folge Kreativität, leidet. Unser Gehirn benötigt im Vergleich zu anderen Organen enorme Energie. So ist es für rund 20 % des Gesamtenergieverbrauches verantwortlich. Zur Aufrechterhaltung der normalen Funktionsweise will es also gut gefüttert werden. Bei der Magersucht kommt es allerdings zu einer Unterversorgung. Prof. Dr. Stefan Ehrlich vom Universitätsklinikum Dresden konnte in Forschungen feststellen, dass durch die Anorexie die Gehirnmasse schrumpft. Dadurch entstehen die Konzentrationsprobleme. Da der Körper auf Sparflamme läuft, stehen weniger Ressourcen für aktive Gehirntätigkeiten zur Verfügung. Die Gute Nachricht: bei Normalisierung des Körpergewichts regeneriert sich das Gehirn ebenso.

Nimm das Leben nicht ganz so ernst. Humor und eine positive Lebenseinstellung wirken Wunder.

Chance oder Krise? Es liegt an dir

Essstörung und Depression nehmen dich ordentlich in Beschlag. Da fällt es nicht leicht, den Hintern hoch zu bekommen und Konzentration aufzubringen. Auch wenn du Freude oder Motivation nicht spüren kannst, so stecken Begeisterung und Elan zur Beschäftigung tief in dir drinnen. Wenn es dir an einem Tag nicht gelingt, dich deinen Wünschen bzw. Bedürfnissen zu widmen, herrscht oftmals Krisenstimmung im Kopf. Gerade jetzt ist es wichtig, dich auf deinen gesunden Menschenverstand zu verlassen. Es bringt nichts, dich wirren Gedankenspielen hinzugeben. Versuche logisch zwischen Krankheit und Realität zu unterscheiden. Damit dir das gelingt, habe ich einige Tipps für dich zusammengestellt. So kannst du dem Strudel leichter entkommen und die Krise in eine Chance verwandeln.

Singen, Tanzen, Herumblödeln; und plötzlich geht Vieles leichter!

Tipps, um gestärkt den Alltag zu bewältigen

Hier habe ich einige Tipps zusammengestellt, die dir den Alltag erleichtern können und möglicherweise Entspannung sowie Ablenkung bringen.

  1. SingenEssstörung
    Es mag auf den ersten Blick etwas seltsam klingen. Singen wirkt sich enorm positiv auf Körper, Geist und Seele aus. Die Wiener Ärztin Dr. Gertraud Berka-Schmid bestätig dies nach langjähriger Erfahrung in den Bereichen Psycho- wie Gesangstherapie. Gesang hebt die eigene Stimmung, baut Stress wie Aggression ab, fördert die Konzentrationsfähigkeit und sorgt für Ausgeglichenheit. Für mich das größte Plus ist jedoch der Umstand, dass beim Singen das Gehirn keine Möglichkeit zum Gedankenkreisen hat. Wenn du also in einem akuten Loch steckst, stimme einfach ein paar Lieder an.
  2. Gib (dich) nicht auf
    Wie heißt es so schön: Aufgeben tut man nur einen Brief. Auch wenn du in einer tiefen Krise steckst, greif auf deine “Anker” zurück. Professionelle Hilfe, Freunde und Familie können dich emotional stützen.
  3. Sprich darüber
    Reden, Reden, Reden. Versteck dich nicht unter der Decke sondern such aktiv nach Gesprächen. Menschlicher Kontakt wirk Wunder.
  4. Schreibe deine Gedanken und Gefühle nieder
    Oft ist es im Strudel einer Krise sehr schwer, heftiges Gedankenkreisen zu stoppen. Schnapp dir Stift und Zettel und fang an zu schreiben. Das nimmt nicht nur Tempo raus, sondern ermöglich dir, deine Gedanken zu ordnen und zwischen Realität und Wahn zu unterscheiden.
  5. Versuche dich abzulenken und zu entspannen
    Ich weiß, es ist leichter gesagt als getan. Gerade wenn dein Kopf die Welt schräg stehen lässt solltest du versuchen “runter zu kommen”. Atmen, Meditation, Malen, einen Igelball kneten sind nur einige Beispiele. Was bei mir sehr gut funktioniert ist folgendes:
    Den Blick in der Umgebung streifen lassen und bewusst auf Gegenstände fokussieren und diese auch beim Namen nennen.
  6. Nimm dich und deine Situation an
    Gut, die Situation ist nicht gerade angenehm. Vermeide es, dich in Selbstmitleid oder unnötigen Grübeleien zu verlieren. Nimm die Situation und besonders dich selbst an. Fokussiere dich auf deine Stärken, arbeite daran und tu dir selbst etwas Gutes.
  7. Beteilige dich und probier Neues aus
    Mach dich auf die Suche nach Neuem. Tritt einem Verein bei, mache eine Weiterbildung oder unternimm einen besonderen Ausflug. Das Leben ist vielfältig. Neugier, neue Kontakte und positive Erfahrungen stärken dich.
  8. Nutze professionelle Hilfe
    Du bist nicht alleine, auch wenn es dir manchmal so vorkommt. Nutze dein Netzwerk aus Ärzten, Therapeuten bzw. klinischen Einrichtungen. So baust du Ressourcen auf und kannst gestärkt den Tag bewältigen.
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